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Nachlese zum ZML-Symposium "Mehrwert für die Lehre – Dialog über die Zukunft der Vorlesungsaufzeichnung am KIT" am 24.11.2017

KIT-Vorlesungen werden zunehmend aufgezeichnet und digital bereitgestellt. Um diese Dienstleistung effizient und nutzerfreundlich weiter zu entwickeln, strebt das KIT an, den Prozess zukünftig systematischer zu gestalten. Beim ZML-Symposium Ende November diskutierten über 60 KIT-Angehörige im Allgemeinen Verfügungsgebäude am Vormittag über ihre Motivation, ihre Erfahrungen und Rahmenbedingungen für gelungene Vorlesungsaufzeichnungen.

 

Gerd Gidion Symposium 2017
Prof. Gerd Gidion begrüßt die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Symposiums.

Zunächst begrüßte Prof. Gerd Gidion, wissenschaftlicher Leiter des ZML und Moderator die teilnehmenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Dozierende sowie Studierende, indem er seine Erfahrungen zur Vorlesungsaufzeichnung mit ihnen teilte. Auch wenn Zugriffszahlen mitunter bescheiden seien, so sei ihm bewusst, dass seine Vorlesungsaufzeichnungen z.B. nicht nur über das DIVA-Repository KIT-intern, sondern je nach Freigabe auf Portalen auch auf dem internationalen Hochschulmarkt wahrgenommen werden. Aufgezeichnete, akademische Lehre würde von Hochschulen selbst, aber auch von kommerziell betriebenen Lern-Portalen wie edX oder Coursera angeboten. Bei 100.000den von Studierenden und Lehrenden „unter einem Dach“ entstände dabei nicht nur ein riesiger Schatz an Aufnahmen, sondern auch an Daten zu Nutzungsvorgängen – „ein Reservoir“ zum ‚In-die-Studierendenköpfe-schauen’ für Pädagogen. In der deutschen Hochschullandschaft gelte es angesichts der rechtlichen Rahmenbedingungen bei der Lehrveranstaltungsaufzeichnung zugleich, Privacy und Persönlichkeit der Studierenden und Lehrenden zu achten. Weil die Aktivitäten der deutschen Hochschulen im Bereich Digitalisierung von der Erkenntnis der Unausweichlichkeit der rasanten digitalen Entwicklung im Lernumfeld geprägt seien, stelle sich die dringliche Frage: Müssen nicht gerade die Gestaltenden in den Hochschulen die Entwicklung wesentlich bestimmen, bevor andere dies tun?

Anschließend bezeichnete Prof. Hannes Hartenstein, KIT-Bevollmächtigter für die Informationsversorgung und -verarbeitung in seinem Vortrag „Weiterentwicklung der Vorlesungsaufzeichnung aus der Perspektive der IV-Governance“ Digitalität in der Lehre als eines der Kerngeschäfte des KIT, weil diese auch die gesellschaftliche Funktion des KIT mitbestimme. Nach Professor Stadler sei die „Kultur der Digitalität“, die „Vervielfältigung der kulturellen Möglichkeiten“, von drei charakteristischen Formen – Referentialität, Gemeinschaftlichkeit und Algorithmizität – geprägt, die auch in der zeitgenössischen Lehre erkennbar seien. Am Ende seiner Begrüßung bestätigte Hartenstein, dass man nicht zu lange warten dürfe, wenn man definieren wolle, was in der mit Hilfe der Digitalität veränderten Lehre relevante Methoden und Inhalte sein sollten. Um den Lehrenden die Hemmnis bei der Aufzeichnung zu nehmen, sei nach seiner Auffassung ein differenziertes Angebot der Königsweg. Das „mit Herzblut“ agierende Aufzeichnungsteam aus verschiedenen KIT-Einrichtungen offeriere dies bereits. Die ‚Enabling technology’ solle das KIT so zur Verfügung stellen, dass zur Aufzeichnung bereite Dozierende nicht durch Aufwand oder Kosten entmutigt würden.

Dann kamen das Vorlesungsaufzeichnungsteam durch einzelne Teammitglieder zu Wort: Andreas Reichert und Udo Willke von der KIT-Bibliothek sowie Axel Fischer vom Zentrum für Mediales Lernen zeigten das vielfältige Angebot der Vorlesungsaufzeichnung am KIT vom Starter- bis zum Komfortpaket, das 8 von 11 Fakultäten am KIT derzeit wahrnehmen und mit dem bisher 1.302 Videos produziert wurden. Das Team beschrieb den aktuellen Stand der campusweiten Zusammenarbeit und zeigte auf, in welche Richtung sich die Dienstleistung am KIT weiterentwickeln sollte. Grundlage hierfür waren Vorschläge, die eine OE-übergreifende Arbeitsgruppe erstellt hatte. In der Perspektivenzeichung kam die Bedeutung von Automatisierung und Skalierbarkeit für eine erfolgreiche weitere Entwicklung deutlich zum Tragen. Klar wurde auch, dass Fragen der Finanzierung und Zuständigkeiten noch offen sind.

 

Nach dem Begrüßungs-und Ausblickteil folgten Erfahrungsberichte aus Sicht der Dozierenden und Studierenden.

Die Veranstaltung schloss mit einer lebhaften Diskussion über die Zukunft der Vorlesungsaufzeichnungen am KIT.