Home  | Impressum | Datenschutz | KIT

Science Exchange Program 2017 – Ein Nachbericht

 

 

Beim Science Exchange Program (SEP) handelt es sich um ein Angebot, bei dem Schülerinnen und Schüler, die an naturwissenschaftlichen und/oder technischen Themen interessiert sind und sich gerade in der 10. oder 11. Jahrgangsstufe des Gymnasiums befinden, sich mit gesellschaftlich hochrelevanten Themen aus diesem Bereich gemeinsam mit Jugendlichen aus einem anderen Kulturraum auseinandersetzen können. Zugleich dürfen sie durch eine Reise den Alltag der anderen Kultur kennenlernen.

Das Science Exchange Program 2017 begann bereits mit Vorgesprächen im November 2016 zwischen der Schülerakademie, der JingYe High-School in Shanghai und dem Zentrum für Mediales Lernen (ZML) am KIT über Inhalte und Rahmenbedingen des SEP. Ab Dezember warben die Karlsruher Beteiligten dann an städtischen Schulen für das Programm.

Bei einem Informationsabend im Februar 2017 kamen 30 Jugendliche und ihre Eltern ans KIT, um sich näher über die Teilnahmemöglichkeiten am Programm zu informieren. Anschließend galt es für die 29 interessierten Jugendlichen eine Bewerbung mit einem Motivationsschreiben und einem Lebenslauf einzureichen, da nur 18 Plätze zur Verfügung standen. 

Nach dem Auswahlprozeß lernten sich dann Ende März die Jugendlichen bei einem ersten Projekttreffen untereinander kennen, erfuhren mehr über die thematischen Schwerpunkte und erhielten durch einen Workshop zum Thema Brückenbau, der zugleich zur Reflektion über Arbeits- und Organisationstechniken diente sowie durch ein erstes, interkulturelles Kommunikationstraining mit der Expertin Frau Dr. Langsdorf wichtiges Rüstzeug für den weiteren Programmablauf.

Ende Mai stand dann das zweite Projekttreffen an:

Dabei wurden die Projektthemen und Workshops aus den Themenbereichen Kryptographie, Molekularbiologie, Lebensmittelchemie, Wasserbau, Geodäsie, Geophysik und ein interkultureller Themenbereich vorgestellt. Aufgabe der Jugendlichen war es nun, ihr Thema auszusuchen, dieses vorzubereiten und mit den jeweiligen Laborleitern zu diskutieren. Ziel war eine Vorstellung des jeweiligen Themas beim nächsten Treffen. Jede Themengruppe traf sich zweimal mit dem begleitenden Wissenschaftler/Wissenschaftlerin im Labor. Die Arbeitsgruppe „Museumspädagogik“ am Landesmuseum „Schloss Karlsruhe“ bot zudem einen kulturellen Workshop an.

Am zweiten Workshoptag trugen die Schülerinnen und Schüler die Impulsreferate zu landeskundlichen Themen vor. Dabei reichte das Spekturum vom alltagskundlichen Themen wie Schule oder religiösen Anschaungen bis zu historischen Aspekten wie dem der Kulturrevolution oder der wirtschaftlichen Entwicklung Chinas. Die Schwerpunkte setzten die Jugendlichen selbst. Ihre Ergebnisse diskutierten sie mit Frau Langsdorf. Nach einer Vorstellung verschiedener Kommunikationsinstrumente, auch unter Berücksichtigung der Gegebenheiten in China, entschieden sich die Jugendlichen für WeChat. Hausaufgabe war dieses Mal die Vorbereitung eines ungefähr halbseitigen Motivationstextes zur Projektvorstellung vor den chinesischen Schülerinnen und Schülern und die Vorbereitung einer Selbstvorstellung für das kommende Projekttreffen.

Beim dritten Projekttreffen Ende Juni 2017 präsentierten die Themengruppen gegenseitig ihren Projektstand und berieten dann alle gemeinsam über die methodischen Lösungsansätze zur Vermittlung an die chinesischen Jugendlichen. Anschließend setzen die Beteiligten ein Rahmenprogramm für den Besuch der chinesischen Schüler*innen auf.

Vom 07. bis 13. Juli waren die chinesischen Jugendlichen in Karlsruhe zu Gast. Nach zwei Familientagen zu Beginn, während deren die Gäste ihre Gastgeber und ihre Familie und Freunde kennenlernen konnten, ging es am 09. Juli ins Technoseum nach Mannheim. Im dortigen Kettenreaktionsworkshop konnten sich die Schülerinnen und Schüler und ihre Gäste gemeinsam spielerisch mit Technik auseinander setzen. Der Tag endete mit einem Besuch der Heidelberger Altstadt.

Am 10. Juli fand die offizielle Begrüßung am KIT durch Frau Prof. Lanza, die die Bedeutung interkulturellen Aspekte für die Arbeitswelt der Zukunft hervorhob, statt. Frau Xia vom Verein der chinesischen Studierenden und Wissenschaftler ergänzte die Veranstaltung durch ein Impulsreferat zu Ausbildung, Studium und Leben in Deutschland.

In den nächsten vier Tagen widmeten sich die deutschen und chinesischen Schülerinnen und Schüler dann ihren Projekten in den Laboren und Institutionen. Sie arbeiteten dabei am Institut für angewandte Biowissenschaften mit seinen Abteilungen Lebensmittelchemie und Angewandte Biologie, am Geodätischen Institut, am Geophysikalischen Institut, am Institut für Wasser und Gewässerentwicklung und am Institut für theoretische Informatik. Aber auch in kulturellen Einrichtungen in Karlsruhe wie dem Badischen Landesmuseum. Am 13. Juli fand ein großes Abschiedsfest mit Familie, Freunden und Projektpartnern inklusive einer Präsentation der Ergebnisse statt.

Vom 8. bis 22. Oktober fand dann der Gegenbesuch der deutschen Schülerinnen und Schüler in China statt. Im Rahmen der zweiwöchigen Reise besuchten sie unter anderem Shanghai und Peking. So lernten sie zum Beispiel im Wasserdorf Xitang traditionelle chinesische Bauweisen kennen und besuchten den nahe Shanghai liegenden West-See sowie die Gärten der Stadt Hangzhou.

Alle deutschen Jugendlichen waren während dieser Zeit auch bei ihren Partnern von der Jing Ye Highschool untergebracht, deren Tagesablauf sie auch miterleben durften. Sie erfuhren mehr über traditionelle chinesische Medizin sowie die Pekingoper und nahmen an einer Teezeremonie teil. Nach 1 ½ Wochen verabschiedeten sich die deutschen Jugendlichen von ihren chinesischen Partnern, um nach einer Fahrt im Nachtzug in Peking am Ende ihres Chinaaufenthalts die Verbotene Stadt und die Chinesische Mauer zu erkunden.

 

 

Informationen zum Video

 

Das Video ist im Rahmen des Bogys des Schülers Leandro Alonso Krawinkel entstanden.

Kamera: Michael Gauss

Produktion: Leandro Alonso Krawinkel