Internationale digitale Lehre gestalten

Internationale digitale Lehre beschreibt Lehrangebote, in denen Studierende und Lehrende über Institutions- und Landesgrenzen hinweg zusammenarbeiten. Dazu gehören sowohl vollständig online durchgeführte Veranstaltungen als Formate, in denen Präsenzphasen mit digitalen Lern- und Austauschmöglichkeiten verknüpft werden.

Durch digitale Formate können Lehrveranstaltungen für externe Studierende geöffnet, standortübergreifende Lehrkooperationen umgesetzt und internationale Perspektiven in die Lehre eingebunden werden, ohne dass physische Mobilität für alle Beteiligten erforderlich ist.

Vorteile internationaler digitaler Lehre

Internationale digitale Lehre schafft Mehrwerte auf vielen Ebenen: Sie erhöht Reichweite und Sichtbarkeit Ihrer Lehrangebote, ermöglicht flexible Teilnahmemöglichkeiten und eröffnet neue Spielräume für interkulturellen fachlichen Austausch. Gleichzeitig unterstützt sie die Internationalisierung von Curricula und bietet Studierenden niedrigschwellige Alternativen oder Ergänzungen zu klassischen Auslandsaufenthalten.

Vorteile auf einen Blick

Ansprechpersonen am ZML
Judith Borel (Eucor)
Tel.: +49 721-608-48205
E-Mail: judith.borel∂kit.edu

Dr. Carolin Henken (E-Learning Services)
Tel.: +49 721-608-48204
E-Mail: carolin.henken∂kit.edu

Für Lehrende
  • Erhöhte Reichweite und Sichtbarkeit
  • Flexiblere Gestaltung der Lehre 
  • Kooperation mit internationalen Partnern
Für Studierende
  • Erweiterte Kurswahl und Spezialisierungsmöglichkeiten 
  • Gesteigerte Zugänglichkeit und Flexibilität 
  • Förderung interkultureller und digitaler Kompetenzen

Formate und Möglichkeiten

Zwei Personen sitzen an einem Tisch, eine Person rechts blickt nach vorne.
Onlineveranstaltung

Onlineveranstaltungen werden vollständig digital über Videokonferenzsysteme durchgeführt. Studierende nehmen von unterschiedlichen Standorten aus teil. Das Format ermöglicht eine hohe Reichweite und Zugänglichkeit sowie räumliche Flexibilität.

Gruppe von Menschen schaut auf eine Präsentation mit Foto eines Sprechers an der Tafel/Whiteboard.
Hybride Veranstaltung

In hybriden Veranstaltung nehmen Studierende gleichzeitig vor Ort und online teil. Das Format ermöglicht es Studierenden, zwischen Präsenz- und Online-Teilnahme zu wählen und bietet damit hohe eine räumliche Flexibilität.

Weitere Infos
Haussymbol, Büro- oder Dokumentensymbole mit Pfeilen, Bildaustausch/Weiterleitung von Dokumenten.
Blended Learning Veranstaltung

Blended Learning Veranstaltungen verbinden synchrone und asynchrone Lernphasen mit Online und Präsenzformaten. Das Format bietet flexible Teilnahmemöglichkeiten und einen hohen Gestaltungsfreiraum, besonders für projekt- und kollaborationsorientierte Szenarien.

Weitere Infos

Lehrveranstaltungen für internationale Studierende zugänglich machen 

Wenn Sie Ihre Lehrveranstaltung für internationale Studierende zugänglich machen möchten, stehen Ihnen je nach Ausgangsformat und Zielsetzung verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung.

Sichtbarkeit bestehender Lehrveranstaltungen für internationale Studierende erhöhen 
Die Sichtbarkeit bestehender Lehrveranstaltungen für internationale Studierende kann erhöht werden, indem diese in ILIAS für Partnerhochschulen freigegeben werden. In den Kurseinstellungen steht hierfür unter „Kursfreigabe“ die Auswahl der jeweiligen Partnerhochschulen oder Netzwerke zur Verfügung. Die Lehrveranstaltung erscheint anschließend in den verknüpften Kursverzeichnissen der Kooperationspartner.
Zugänglichkeit für internationale Studierende durch didaktische und organisatorische Anpassung verbessern 
Internationale Lehrveranstaltungen bringen oft zusätzliche Herausforderungen mit sich: Unterschiedliche Vorkenntnisse und Studienhintergründe, Sprachbarrieren und abweichende Semester- und Prüfungszeiten können die Teilnahme und aktive Beteiligung internationaler Studierender erschweren. Durch geringfügige didaktische und organisatorische Anpassungen lassen sich diese Hürden jedoch reduzieren, sodass das Potenzial internationalen und interkulturellen Austauschs in der Lehrveranstaltung gezielt genutzt werden kann.

Je nach Ausgangsformat und Zielgruppe bieten sich unterschiedliche Ansätze an:

 

  • Hybrides Lehrformat: Die Lehrveranstaltung oder ausgewählte Sitzungen werden in hybrider Form durchgeführt, sodass Studierende vor Ort und online gleichzeitig teilnehmen können. Dies erleichtert die Teilnahme aus der Ferne, ohne auf Live-Interaktion und Zugriffsmöglichkeiten auf standortspezifische Infrastrukturen zu verzichten
  • Blended Learning Format: Online-Selbstlernphasen und synchrone Präsenz oder Onlinesitzungen werden kombiniert, um die Teilnahme flexibel zu gestalten und Kontaktzeiten stärker für Austausch und Zusammenarbeit zu nutzen.
  • Vorlesungsaufzeichnung: Die Vorlesungsaufzeichnung im Hörsaal oder über ZOOM bietet internationalen Studierenden die Möglichkeit, Inhalte zeitversetzt nachzuarbeiten etwa bei Zeitplankonflikten durch abweichende Semesterzeiten. Aufzeichnungen erleichtern zudem die Wiederholung komplexer Inhalte und können von Lehrenden als Grundlage für Inverted Classroom Formate verwendet und nachgenutzt werden
  • Übersetzungstools: Am KIT stehen verschiedene Möglichkeiten zur automatisierten Simultanübersetzung zur Verfügung. Diese können in Lehrveranstaltungen eingesetzt werden, um Sprachbarrieren durch Untertitel und Transkriptionen zu reduzieren. Des Weiteren können KI-Tools wie Microsoft Copilot oder die KI-Toolbox für die Übersetzung von Materialien verwendet werden.
  • Online-Lernmodule: Online-Lernmodule ermöglichen es Studierenden, Inhalte orts- und zeitunabhängig in ihrem eigenen Tempo zu bearbeiten. Sie eignen sich besonders zur Vor- oder Nachbereitung von Lehrveranstaltungen, etwa um unterschiedliche Vorkenntnisse auszugleichen und synchrone Sitzungen stärker für Austausch und Zusammenarbeit zu nutzen.
Standortübergreifende Lehrkooperationen realisieren 
Über kleinere Anpassungen hinaus besteht die Möglichkeit, Lehrveranstaltungen gemeinsam mit Lehrenden an Partnerhochschulen zu planen und durchzuführen. In solchen standortübergreifenden Lehrkooperationen entwickeln Lehrende verschiedener Hochschulen eine gemeinsame Lehrveranstaltung, an der Studierende aller beteiligten Standorte teilnehmen. Lehrkooperationen ermöglichen es, komplementäre fachliche Expertise zu bündeln und unterschiedliche Perspektiven internationaler Lerngruppen systematisch einzubeziehen.
Lehrkooperationen können in unterschiedlichen Formaten umgesetzt werden zum Beispiel in Form einer digitalen Ringvorlesung, eines Blended-Learning-Szenario mit standortbezogenen Präsenzphasen oder eines kooperativ entwickelte Online-Lernmoduls.

Beratung und Unterstützung 

Wenn Sie eine Idee für eine internationale digitale Lehrveranstaltung haben oder ein bestehendes Format weiterentwickeln möchten, beraten wir Sie gerne. Wir unterstützen bei der Auswahl geeigneter Formate, der didaktischen Gestaltung und Fragen rund um die technische Umsetzung.

Internationale Verbünde und Vernetzungsmöglichkeiten

Eucor – The European Campus
Eucor ist ein Verbund der Universitäten Basel, Freiburg, Haute‑Alsace, Strasbourg und des KIT. Ziel des Verbunds ist es, einen gemeinsamen Wissenschaftsraum mit internationaler Ausstrahlung am Oberrhein zu gestalten. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Förderung grenzüberschreitender Mobilität und gemeinsamer Lehrangebote. Das ZML unterstützt diese Ziele mit einem individuellen Beratungsangebot für Lehrende zu geeigneten Formaten, didaktischen Gestaltungsmöglichkeiten und mit Hilfestellung bei der Umsetzung standortübergreifender Lehrkooperationen.
EPICUR
EPICUR – European Partnership for an Innovative Campus Unifying Regions – ist eine europäische Universitätsallianz, in der neun Universitäten gemeinsam daran arbeiten, einen innovativen europäischen Hochschulraum zu gestalten. Im Mittelpunkt stehen dabei virtuelle Mobilität, ein gemeinsamer virtueller Campus sowie innovative, interdisziplinäre Lehrangebote. Lehrende können ihre Lehrveranstaltungen für Studierende aller Partneruniversitäten über den virtuellen Campus öffnen und an gemeinsamen Lehrformaten mitwirken. Das ZML unterstützt Lehrende mit einem individuellen Beratungsangebot und bringt seine mediendidaktische Expertise in die Aktivitäten des EPICUR Teaching and Learning Centres (TLC) ein. Das TLC bietet Lehrenden mit vielseitigen Austausch- und Workshopformaten Inspiration, Vernetzungsmöglichkeiten und praktische Unterstützung für die Gestaltung internationaler Lehr‑Lernangebote.