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Hybrid, Blended Learning, … Was ist das eigentlich?

Werden präsente Formen der Teilnahme mit einer Online-Teilnahme kombiniert, kann die Durchführung von Lehrveranstaltungen auf verschiedenen Ebenen variiert werden. Je nach Variation ergeben sich unterschiedliche Vor- und Nachteile, z.B. in der zeitlichen oder räumlichen Flexibilität.

Am Anfang muss daher ein primäres Ziel definiert werden. Denn die einzelnen Zieldimensionen lassen sich nur bedingt vereinbaren.

Welches Ziel hat Vorrang?

  • Soll lediglich für einzelne Studierende, die zeitlich verhindert sind, eine Teilhabe zu einem späteren Zeitpunkt erzeugt werden? Dann ist die Aufzeichnung das geeignete Mittel.
  • Sollen primär alle Studierenden die Möglichkeit der präsenten Interaktion bekommen, obwohl die Raumgröße mit Einhaltung der Hygienebedingungen nicht ausreicht? Dann ist eine Aufteilung in Kohorten sinnvoll, die zu unterschiedlichen Zeiten vor Ort an der Lehrveranstaltung teilnehmen.
  • Soll vorrangig eine räumliche Flexibilität geschaffen werden? Dann bietet ein Livestream die Möglichkeit, dass Personen vor Ort und online gleichzeitig teilnehmen.


Daraus ergeben sich unterschiedliche Organisationsformen. Diese unterscheiden sich in Ort und Medium sowie dem Zeitpunkt der Teilnahme:

  • Vorlesungsaufzeichnung: ein Teil der Studierenden greift zu einem späteren Zeitpunkt auf einen Mitschnitt zu.
  • Blended Learning: zu jedem Zeitpunkt sind alle im gleichen Medium unterwegs.
  • Hybrid: Es sind jeweils alle gleichzeitig anwesend, nehmen aber über unterschiedliche Medien teil.
  • Präsente Aufsplittung: die Teilnahme erfolgt nacheinander in Gruppen aufgeteilt. 
  • Mischformen: Abwechslung der Formen in unterschiedlicher Rhythmisierung.


Aus didaktischer Perspektive können diese Organisationsformen ganz unterschiedlich verwendet werden, z.B.:

Flipped Classroom mit reduzierter Präsenzzeit:

Inhaltsvermittlung primär rein online und Aufteilung der Präsenzzeit auf jeweils präsent mögliche Gruppengröße für eine Übung mit individueller Unterstützung. Der Online-Anteil kann dabei aus Livestreaming Terminen oder Bereitstellung von Materialien über ILIAS bestehen.

Blended Learning Szenario:

Starke Reduktion der Präsenzzeit, damit größere Räumlichkeiten von mehreren Lehrveranstaltungen in unterschiedlichen Zeiträumen genutzt werden können, um jeweils einzelne Präsenztermine mit allen Studierenden zu ermöglichen. In der Regel würden die präsenten Termine über das Semester verteilt.

Gemischtes Szenario mit Kleingruppen:

Phase A Inhaltsvermittlung hybrid oder rein online in der Gesamtgruppe, danach werden Präsenztermine in Kleingruppen im Wechsel durchgeführt. So kann den Anforderungen unterschiedlicher Phasen der Lehrveranstaltung jeweils besser Rechnung getragen werden.

Auch zu beachten:

Ein direkter Wechsel zwischen online und präsenter Veranstaltung an einem Tag ist für Studierende kaum praktikabel.