GenAI@KIT gewinnt Ideenwettbewerb zur Digitalen Souveränität

Eines von drei Siegerprojekten: GenAI@KIT zeigt entlang der 7 HFD-Thesen, wie Digitale Souveränität in der Praxis gelingt

GenAI@KIT gehört zu den drei Gewinnerprojekten des Ideenwettbewerbs „Digitale Souveränität“ des Hochschulforums Digitalisierung (HFD). Aus 19 eingereichten Projekten wurde unser Beitrag gemeinsam mit zwei weiteren Projekten ausgezeichnet.

Das Projekt bündelt die Aktivitäten des KIT rund um generative KI und verbindet technische Infrastruktur mit Qualifizierung und Unterstützung für die praktische Nutzung. Dabei geht es nicht nur darum, was mit generativer KI möglich ist, sondern auch um die Frage, wie Hochschulen KI souverän und verantwortungsvoll gestalten können. Die Jury hebt insbesondere den ganzheitlichen Ansatz von GenAI@KIT hervor: „Alle relevanten Aspekte für den Fokus auf KI sind adressiert. Verständlich, umfangreich, sensationell!“

Wir freuen uns sehr über die Auszeichnung und darüber, dass die Arbeit von GenAI@KIT auch über das KIT hinaus sichtbar wird. Der Wettbewerb bietet zugleich die Möglichkeit, sich mit anderen Hochschulen über konkrete Ansätze für digitale Souveränität auszutauschen und voneinander zu lernen.

Infografik: 3 Kernelemente und 7 Thesen zur digitalen Souveränität bei generativer KI
Die drei Kernelemente der Digitalen Souveränität bei GenAI@KIT und die 7 Thesen für die Praxis des HFD im Überblick

Drei Kernelemente der Souveränität

Am KIT arbeiten wir gemeinsam mit dem Scientific Computing Center (SCC) und dem Digital Office (DO) daran, digitale Souveränität bei generativer KI zu stärken. Dafür verbinden wir drei Säulen: Infrastruktur, Kompetenz und Governance, die erst im Zusammenspiel Souveränität ermöglichen.

Keine dieser Säulen trägt für sich: Eine souveräne Infrastruktur ohne Kompetenz wird nicht verantwortungsvoll genutzt, Kompetenz ohne Governance verliert sich in einzelnen Pilotprojekten, und Governance ohne eigene Infrastruktur bleibt abhängig. Erst das Zusammenspiel schafft die Grundlage dafür, generative KI am KIT selbstbestimmt, verantwortungsvoll und nachhaltig einzusetzen.

Kernelement Kernfrage Was GenAI@KIT leistet
Infrastruktursouveränität Können wir betreiben, steuern und wechseln? Eigene Hardware, Open-Source-Stack, Proxy-Architektur, lokale + Cloud-Modelle 
Kompetenzsouveränität Können wir verstehen, reflektieren und entscheiden?  Qualifizierung, Modelltransparenz, KI-Leitlinien, kritische Reflexion 
Governance- und Wirtschaftssouveränität Können wir lenken, budgetieren und nachhaltig betreiben?  Dezentrale Budgetierung, gemeinsame Entscheidungsstrukturen, Überführung in Regelbetrieb 

Die 7 Thesen des HFD auf einen Blick

Unsere Kernelemente setzen die 7 Thesen konkret um, hier je These das zentrale Ergebnis aus der Einreichung: 

  • These 1: Kontrolle strategisch planen
    Der Proxy LiteLLM als Kontrollpunkt, Modell-Diversität aus lokalen Modellen (Mistral Small 4, DeepSeek V4 Flash, GLM-5.3) und EU-Cloud-Modellen, sensible Daten laufen ausschließlich lokal.
  • These 2: Projektlogik vermeiden
    Die Überführung des Betriebs in den Regelbetrieb ist von Anfang an angelegt, die didaktischen Chatbots sind seit dem Sommersemester 2026 im Regelbetrieb. Die formale Verankerung als Daueraufgabe ist Teil dieses Prozesses, ein erster Schritt ist mit der Einführung der Budgetierung bereits getan.
  • These 3: Kooperation und Governance fair organisieren 
    Drei Zentraleinrichtungen mit gemeinsamen Entscheidungsstrukturen: Das SCC betreibt Infrastruktur, das Digital Office verantwortet Strategie und Leitlinien, das ZML trägt Qualifizierung und didaktische Einbindung. Das KI-Kompetenzmodul ist unter offener Lizenz übernehmbar, Föderierung mit Hochschulen in Baden-Württemberg.
  • These 4: Souveräne Alternativen alltagstauglich machen
    Über 5.000 aktive Nutzende der KI-Toolbox, die monatlich aktive Basis wuchs um mehr als 65 % in sieben Monaten, Mistral Small 4 ist als Standard voreingestellt und trägt fast 49 % der Anfragen.
  • These 5: Verwaltung strategisch hebeln
    Lokale Modelle ermöglichen gezielte Use Cases in der Verwaltung, etwa KI-gestützte Sitzungsprotokolle im KIT-Senat und einen Build-vs-Buy-Entscheidungsrahmen für KI-Übersetzung.
  • These 6: Know-how im Haus behalten
    Qualifizierung vor Zugang zur KI-Toolbox und Copilot, DE/EN-Kompetenzmodul EU-KI-VO-konform, Webinar-Programm und Workshops direkt mit Fachabteilungen.
  • These 7: Awareness in Aktion übersetzen
    KI-Leitlinien (Präsidium, Juni 2025) und KI-Strategie (Präsidium, Juni 2026) in partizipativen Prozessen verabschiedet, Kostentransparenz und Budgetierung: 5 USD Budget pro Person und Monat seit Juli 2026, öffentlich dokumentierte Architektur: Hardware, Stack und die aktuelle Modellliste sind auf der KI-Toolbox-Seite des SCC nachlesbar.

Was andere Hochschulen übernehmen können

  • Vollständiger Open-Source-Stack (Open WebUI, LiteLLM, vLLM, LMCache, SearXNG) ohne Lizenzkosten für die Infrastruktur
  • Proxy-Architektur als Kontrollpunkt, nachbaubar unabhängig von der KIT-Hardware
  • CC-lizenziertes KI-Kompetenzmodul in DE/EN, abgestimmt auf die EU-KI-Verordnung

Wie es weitergeht

Das HFD bringt die prämierten Projekte mit Partnern aus seinem Netzwerk zusammen, um die Ideen an weitere Hochschulen zu skalieren. Wir greifen das auf: Wer den Stack, das Kompetenzmodul oder einzelne Bausteine nachnutzen möchte, findet alle dokumentierten Elemente über die unten verlinkten Seiten.

Auch der Prozess geht weiter, über das KIT hinaus: Am selben Tag, an dem das HFD die Preisträger bekannt gab, haben die Wissenschaftsministerien von Baden-Württemberg, Bayern und Nordrhein-Westfalen das Projekt COSAI (Collaboration on Sovereign and Efficient AI-Infrastructure) angekündigt, eine länderübergreifende Architektur für eine souveräne KI-Infrastruktur für Hochschulen, an der das KIT mit der Universität Tübingen beteiligt ist.

Wir freuen uns auf Nachnutzung, Anknüpfung und gemeinsames Weiterschreiben: Digitale Souveränität an Hochschulen ist ein Prozess, den wir gemeinsam gestalten können.

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